
Bad Hindelang · Viehscheid
Der Viehscheid in Bad Hindelang ist der Abschluss des Alpsommers im Oberallgäu: An einem Freitag Mitte September treiben fünf Galtalpen rund um Hasenegg, Stierbach, Kühbach, Platten und Erzberg zusammen rund 1.000 Stück Jungvieh ins Tal.
Schauplatz ist der Scheidplatz bei der Hornbahn, wo die Herden im Stundentakt eintreffen und ein großer Krämermarkt mit rund 120 Ständen das Tal füllt. Der Termin zählt zu den ersten und größten der Allgäuer Viehscheid-Saison.
Das nächste Viehscheid Bad Hindelang beginnt am 11.09.2026 – in 8 Tagen.
| Jahr | Termin | Dauer | Status |
|---|---|---|---|
| 2026 | 11.09.2026 | 1 Tage | Termin steht |
| 2027 | 10.09.2027 | 1 Tage | voraussichtlich |
So wird der Termin bestimmt
Liegt traditionell am zweiten Freitag im September; der genaue Termin hängt vom Ende des Alpsommers ab.
Ab etwa 8.30 Uhr öffnet der Scheidplatz an der Hornbahn, die ersten Herden treffen im Lauf des Vormittags ein. Fünf Alpen schicken ihre Tiere nacheinander ins Tal, dazwischen liegen jeweils rund 60 Minuten. An der Spitze jeder Herde läuft, sofern der Sommer ohne Zwischenfall verlief, das geschmückte Kranzrind. Parallel dazu öffnet der Krämermarkt mit rund 120 Ständen entlang der Straße, dazu kommen Festzelt, Blasmusik und ein Programm für Kinder. Am Nachmittag klingt der Tag im Festzelt aus.
Der herbstliche Alpabtrieb gehört im Allgäu seit Jahrhunderten zum bäuerlichen Jahresablauf; erste schriftliche Hinweise auf das Scheiden der Herden reichen bis ins Mittelalter zurück. In Bad Hindelang bewirtschaften bis heute mehrere Alpgenossenschaften die Galtalpen oberhalb des Ortes, auf denen ausschließlich Jungvieh ohne Milchkühe den Sommer verbringt. Aus der reinen Übergabe der Tiere an ihre Besitzer ist im Lauf der Zeit ein Festtag für das ganze Tal geworden, an dem sich Landwirtschaft und Tourismus im Oberallgäu treffen. Der Krämermarkt mit weit über 100 Ständen kam erst mit dem wachsenden Zulauf von Gästen hinzu.
Das Besondere
Mit fünf beteiligten Alpen und rund 1.000 Tieren gehört Bad Hindelang zu den größeren Viehscheiden im Oberallgäu, zugleich liegt der Termin traditionell sehr früh in der Saison. Der angeschlossene Krämermarkt mit weit über 100 Ständen ist im Vergleich zu kleineren Nachbarorten deutlich umfangreicher.
Der Scheidplatz liegt an der Talstation der Hornbahn in Bad Hindelang, rund zwei Kilometer südlich des Ortszentrums. Nächster Bahnhof ist Sonthofen, von dort verkehren an Viehscheid-Tagen verstärkt Regionalbusse ins Ostrachtal. Wer mit dem Auto kommt, sollte frühzeitig anreisen, da die Zufahrt zum Scheidplatz an diesem Tag stark eingeschränkt ist und ausgeschilderte Parkflächen am Ortsrand genutzt werden müssen; Anwohnerstraßen bleiben für den Verkehr gesperrt.
Die erste Herde erreicht den Scheidplatz gegen 8.30 bis 9 Uhr, danach treffen die übrigen vier Alpen im Abstand von etwa einer Stunde ein. Wer den ganzen Zug sehen will, sollte bis in den frühen Nachmittag einplanen.
Das Kranzrind mit Blumenschmuck und großer Glocke führt nur dann eine Herde an, wenn der gesamte Alpsommer ohne Unfall und ohne verletztes oder totes Tier verlaufen ist. Gab es ein Unglück, treiben die Hirten ihre Tiere ohne Schmuck und ohne Musik ins Tal.
Ausgewiesene Parkflächen am Ortsrand von Bad Hindelang, die Zufahrt zum Scheidplatz selbst ist am Veranstaltungstag gesperrt. Die Anreise mit dem Bus ab Sonthofen wird empfohlen.
Ja, der Scheidplatz und der Krämermarkt sind ohne Eintritt zugänglich, bezahlt wird nur, was im Festzelt verzehrt wird.
Grundsätzlich ja, allerdings sind die Herden groß und die Tiere teils unruhig; Kinder sollten in Rufweite bleiben und nicht direkt neben die Absperrung laufen.
Fällt der Alpsommer nicht aus, wird der Viehscheid nicht abgesagt; stirbt jedoch ein Tier auf der Alm, findet der Abtrieb ohne Schmuck, Musik und Festprogramm statt. Eine komplette Absage des Termins kommt nur bei extremem Unwetter vor.
Krämermarkt und Festzelt laufen bis in den späten Nachmittag, vereinzelt bis zum Abend. Wer den ganzen Tag bleibt, kann den Ausklang bei Live-Musik im Festzelt bis zum Abend miterleben.
Bild oben: Flodur63 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons