Viehscheid Obermaiselstein in Obermaiselstein

Obermaiselstein · Viehscheid

Viehscheid Obermaiselstein

In Obermaiselstein im Hörnertal endet der Alpsommer an einem Samstag Mitte September: Herden aus den umliegenden Alpen treffen an dezentralen Übergabestellen ein und werden dort den Besitzern zugeteilt.

Ein Festzelt mit Blasmusik und regionalen Spezialitäten begleitet den Tag, der zu den traditionsreichsten Terminen der Hörnerdörfer zählt.

Termine 2026 und 2027

Das nächste Viehscheid Obermaiselstein beginnt am 19.09.2026 – in 16 Tagen.

JahrTerminDauerStatus
202619.09.20261 TageTermin steht
202718.09.20271 Tagevoraussichtlich

So wird der Termin bestimmt

Liegt traditionell am dritten Samstag im September.

Was einen erwartet

Ab 9 Uhr treffen die Herden an mehreren Stellen im Gemeindegebiet ein, da die Übergabe in Obermaiselstein nicht an einem einzigen zentralen Platz, sondern dezentral organisiert ist. Die Tiere werden den wartenden Bauern zugewiesen, anschließend beginnt im Festzelt die Feier mit Blasmusik und regionalen Speisen, die sich bis in den Nachmittag zieht. Wer mehrere Stellen besuchen möchte, sollte die Wege im Ort vorher kennen, da die Übergaben zeitlich versetzt stattfinden.

  • Dezentrale Übergabestellen im ganzen Gemeindegebiet
  • Beginn um 9 Uhr
  • Festzelt mit Blasmusik und regionalen Spezialitäten
  • Teil der Hörnerdörfer-Viehscheid-Tradition
  • Ruhigere Alternative zu den großen zentralen Scheidplätzen

Geschichte

Obermaiselstein liegt im Zentrum der sogenannten Hörnerdörfer, einer Region, in der der Viehscheid urkundlich bis ins Mittelalter zurückreicht; die erste dokumentierte Erwähnung für das weitere Umland datiert auf das Jahr 1059. Wie in den Nachbarorten war das Scheiden der Sommerherde ursprünglich reine Aufgabe der Alpgenossenschaften und wurde erst mit dem aufkommenden Tourismus zu einem öffentlichen Fest erweitert. Die Gemeinde selbst informiert im Vorfeld über die einzelnen Übergabestellen, sodass Gäste sich gezielt für einen Standort entscheiden können.

Das Besondere

Anders als in vielen Nachbarorten läuft die Übergabe der Tiere in Obermaiselstein an mehreren, dezentralen Stellen im Gemeindegebiet ab statt an einem einzigen Scheidplatz, was den Viehscheid dort etwas kleinteiliger und ruhiger macht. Auch das angrenzende Skigebiet am Grasgehren zeigt im September schon erste herbstliche Färbung, was den Ausflug zusätzlich attraktiv macht.

Anfahrt und Parken

Obermaiselstein liegt im Hörnertal zwischen Fischen und Bolsterlang und ist mit dem Regionalbus ab Bahnhof Sonthofen erreichbar. Wegen der dezentralen Übergabestellen verteilt sich der Verkehr im Ort, dennoch sollte man am Veranstaltungstag mit gesperrten Straßenabschnitten rechnen und ausgeschilderte Parkflächen nutzen. Zwischen den Ortsteilen verkehrt an Viehscheid-Tagen meist ein kleiner Shuttle, der die Wege zwischen den Übergabestellen verkürzt. Für Tagesgäste ohne Auto ist die Anreise mit dem sogenannten Kleinwalsertal-Ostallgäu-Bus über Fischen eine bewährte Alternative.

Tipps für den Besuch

  1. Erkundigen Sie sich vorab bei der Gemeinde, an welcher der mehreren Übergabestellen Sie die Herden am besten beobachten können.
  2. Reisen Sie möglichst mit dem Bus an, da sich der Verkehr im Ort an diesem Tag verteilt, aber dennoch eingeschränkt ist.
  3. Kommen Sie pünktlich um 9 Uhr, wenn Sie die ersten Herden sehen möchten.
  4. Ziehen Sie wetterfeste Kleidung an.
  5. Halten Sie mit Kindern Abstand zu den Tieren, bis diese den Übergabepunkt erreicht haben.
  6. Fragen Sie am Vortag im Tourismusbüro Obermaiselstein nach dem aktuellen Plan der Übergabestellen für das laufende Jahr.

Häufige Fragen

Wann genau kommen die Tiere an?

Ab 9 Uhr treffen die Herden an den verschiedenen Übergabestellen im Gemeindegebiet ein.

Warum ist ein Tier geschmückt und ein anderes nicht?

Blumenkränze und bunte Glocken erhalten die Leittiere nur, wenn der Alpsommer ohne Zwischenfall verlief; nach einem Unglück treibt die betroffene Herde ungeschmückt.

Wo parkt man?

An ausgeschilderten Flächen im Gemeindegebiet Obermaiselstein, die Anreise mit dem Bus ab Sonthofen wird empfohlen. Zusätzliche Hinweisschilder der Gemeinde leiten am Veranstaltungstag zu freien Flächen, sobald die nächstgelegenen Parkplätze belegt sind.

Ist der Zutritt frei?

Ja, das Zuschauen an den Übergabestellen kostet nichts, im Festzelt wird nur der Verzehr berechnet.

Ist der Viehscheid für Kinder geeignet?

Ja, durch die dezentrale Organisation ist es an den einzelnen Stellen meist weniger voll als an großen zentralen Scheidplätzen. Der überschaubare Rahmen an den einzelnen Stellen erlaubt es Kindern, die Tiere aus der Nähe zu betrachten, ohne im Gedränge zu stehen.

Was passiert bei einer Absage?

Komplett abgesagt wird nur bei extremem Unwetter; nach einem Todesfall auf der Alm entfällt für die betroffene Herde lediglich der Schmuck.

Wie lange dauert das Fest danach?

Das Festzelt ist bis in den Nachmittag geöffnet.

Bild oben: Rudi Kaserer · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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