Verschneite Marktbuden auf einem Weihnachtsmarkt am Abend

Ratgeber

Mit Kindern auf den Weihnachtsmarkt

Manche Weihnachtsmärkte haben einen eigenen Kinderbereich mit Nostalgiekarussell und Bastelständen, andere bestehen fast nur aus Glühweinbuden. Wie man das erkennt, welche Uhrzeit sich lohnt und worauf man im Gedränge achtet.

Woran man einen kindgerechten Weihnachtsmarkt erkennt

Nicht jeder Weihnachtsmarkt ist auf Familien ausgerichtet. Viele kleinere Märkte bestehen im Kern aus Glühwein- und Imbissständen mit Kunsthandwerk, ohne eigenes Programm für Kinder. Ein verlässliches Zeichen für Familienfreundlichkeit ist ein eigener, räumlich abgesetzter Kinderbereich mit Fahrgeschäften abseits des Haupttrubels.

Bestes Beispiel in Bayern ist die Nürnberger Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz, ein eigenständiger Bereich in Nachbarschaft zum Christkindlesmarkt. Dort stehen Nostalgiekarussells und eine Dampfeisenbahn, dazu ein Etagenkarussell nach dem Vorbild eines historischen Dampfkarussells. In Kerzenwerkstatt, Weihnachtsbäckerei und Seifenmanufaktur können Kinder unter Anleitung selbst etwas herstellen. Das Nürnberger Christkind besucht die Kinderweihnacht regelmäßig und lädt zu einer Freifahrt ein.

Der Christkindlmarkt am Marienplatz in München bietet mit dem Kripperlmarkt am Alten Peter einen eigenen, ruhigeren Teilbereich rund um Weihnachtskrippen und Krippenfiguren, nach eigenen Angaben der größte seiner Art in Deutschland. Dazu kommen die Himmelswerkstatt an der Ratstrinkstube, wo sich Kinder als Engel verkleiden und Christbaumschmuck basteln können, sowie das wöchentliche „Singen unterm Christbaum".

Kinderpunsch, Karussells und Kinderprogramm

An praktisch jedem größeren Markt gibt es an mindestens einem Stand Kinderpunsch als alkoholfreie Alternative zum Glühwein, meist auf Apfel- oder Traubensaftbasis mit denselben Gewürzen. Ein klassisches Kinderkarussell findet sich ebenfalls fast überall, ist aber oft mitten im allgemeinen Marktgeschehen platziert und damit weniger geschützt als ein eigener Kinderbereich.

Wo ein Markt kein ausgewiesenes Kinderprogramm hat, lohnt vorab ein Blick auf die offizielle Marktseite: Viele Städte kündigen dort einzelne Programmpunkte wie Bastelnachmittage oder Auftritte von Musik- und Trachtengruppen für Familien gesondert an.

Nikolaus und Krippenspiele: Termine variieren von Markt zu Markt

Rund um den Nikolaustag am 6. Dezember übernimmt der Nikolaus an vielen bayerischen Weihnachtsmärkten eine Rolle im Programm, etwa bei Verteilaktionen oder kurzen Auftritten. Feste, bayernweit einheitliche Termine gibt es dafür nicht – Ausgestaltung und Zeitpunkt legt jeder Markt beziehungsweise jeder teilnehmende Verein selbst fest und veröffentlicht sie erst kurz vor der Saison auf der eigenen Seite. Dasselbe gilt für Krippenspiele und lebendige Krippen, die an einzelnen Markttagen stattfinden können, aber nicht flächendeckend zum Standardprogramm gehören. Wer das gezielt einplanen will, sollte das Tagesprogramm des jeweiligen Marktes rechtzeitig vorher prüfen.

Die beste Uhrzeit: früher Nachmittag statt Abend

Anders als große Volksfeste haben Weihnachtsmärkte in aller Regel keine festen Familientage mit ermäßigten Preisen. Die Tageszeit ist deshalb das wichtigste Mittel, um Gedränge zu vermeiden. Vormittags bis in den frühen Nachmittag sind die Gassen am leersten, die Stimmung ruhiger und Fahrgeschäfte ohne Wartezeit erreichbar. Ab dem späten Nachmittag füllen sich die Märkte spürbar, weil dann Berufstätige nach Feierabend dazukommen; am Abend dominiert vielerorts eher das gesellige Beisammenstehen am Glühweinstand als das Familienpublikum.

An kürzeren Wintertagen bedeutet das auch: Wer am frühen Nachmittag kommt, erlebt den Markt noch bei Tageslicht und kann bei einbrechender Dämmerung gegen 16 bis 17 Uhr die Lichter angehen sehen, bevor es richtig voll wird.

Kleidung und Wärme

Weihnachtsmärkte finden komplett im Freien statt, meist über mehrere Stunden Aufenthalt am Stück. Das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten funktioniert zuverlässiger als eine einzelne dicke Jacke, weil sich Buden und Fressgassen durch Menschen und Feuerstellen deutlich aufheizen können. Wasserfeste, warme Schuhe sind wichtiger als modische, weil Kopfsteinpflaster nach Regen oder Schneematsch schnell rutschig und nass wird. An Ständen mit offener Flamme, etwa bei Feuerzangenbowle oder Kastanienöfen, lohnt es sich, kleine Kinder etwas auf Abstand zu halten.

Im Gedränge: was mit kleinen Kindern zu beachten ist

Historische Altstadtgassen, in denen die meisten bayerischen Weihnachtsmärkte stattfinden, sind oft eng und für Kinderwagen oder Buggys schlecht geeignet, sobald es voller wird. Eine Trageschale oder Tragehilfe ist bei kleinen Kindern in solchen Situationen praktikabler als ein Wagen, den man in dichter Menge kaum wenden kann.

Bevor man mit größeren Kindern in die Menge geht, hilft ein vereinbarter Treffpunkt für den Fall, dass man sich verliert – am besten ein auffälliger, aber nicht zu belebter Ort wie ein bestimmter Brunnen oder Kircheneingang, nicht das zentrale Riesenrad oder der Hauptstand, weil dort selbst am meisten Betrieb herrscht. Ein Armband oder ein Zettel mit der Handynummer der Eltern in der Jackentasche ist eine einfache zusätzliche Absicherung.

Wenn sich ein Kind verläuft

Ein vereinbarter Treffpunkt hilft nur, wenn er im Ernstfall auch gefunden wird. Auf großen Märkten mit Info-Ständen oder einem Servicebereich, wie ihn der Nürnberger Christkindlesmarkt und der Münchner Christkindlmarkt anbieten, ist der beste erste Anlaufpunkt eines der Standpersonal- oder Info-Häuschen, die auf den Lageplänen der jeweiligen Marktseite verzeichnet sind: Von dort lässt sich eine Durchsage veranlassen oder Kontakt zur Marktaufsicht herstellen. Auf kleineren Märkten ohne eigenen Infostand ist der nächstgelegene besetzte Verkaufsstand oder ein sichtbar postierter Ordnungsdienst die richtige Adresse.

Für sehr kleine Kinder, die noch keinen Treffpunkt merken können, ist ein Namensschild mit der Handynummer der Eltern in der Jackentasche die einfachste Absicherung – Aufkleber oder Bänder dafür gibt es günstig im Handel.

Wickeln und Toiletten

Anders als große Volksfeste mit eigenem Familienbereich verfügen die wenigsten Weihnachtsmärkte über einen eigens eingerichteten Wickeltisch direkt am Markt. In größeren Städten liegen meist öffentliche Toiletten oder Kaufhäuser mit Wickelmöglichkeit in unmittelbarer Nähe der Innenstadtmärkte; auf kleineren Märkten in Kleinstädten lohnt sich vorab ein Blick auf die örtliche Toilettensituation, etwa über die Stadtseite oder eine Toiletten-App. Wer flexibel ist, plant den Marktbesuch am besten so, dass ein Café oder Restaurant mit eigener Toilette in der Nähe liegt.

Wann wird es zu voll?

Am vollsten sind bayerische Weihnachtsmärkte grundsätzlich an Wochenenden, besonders samstagnachmittags und -abends während der mittleren Adventswochenenden, wenn Tagesausflügler und das übliche Wochenendpublikum zusammentreffen. Wochentage, vor allem Dienstag bis Donnerstag, sind selbst am selben Markt spürbar ruhiger. Mit kleinen Kindern lohnt es sich deshalb, wo immer möglich einen Wochentagvormittag oder frühen Nachmittag einzuplanen und die Wochenendtermine den Erwachsenenbesuchen am Abend zu überlassen.

Häufige Fragen

Welche bayerischen Weihnachtsmärkte haben einen eigenen Kinderbereich?

Am bekanntesten ist die Nürnberger Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz mit Nostalgiekarussells, Dampfeisenbahn und Bastelständen. Der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz bietet mit dem Kripperlmarkt am Alten Peter und der Himmelswerkstatt eigene ruhigere Bereiche für Familien.

Was ist Kinderpunsch?

Eine alkoholfreie Alternative zum Glühwein, meist auf Apfel- oder Traubensaftbasis mit denselben Gewürzen wie Zimt und Gewürznelken. Der Begriff Kinderglühwein ist dabei streng genommen unzutreffend, weil Glühwein per Definition Alkohol enthalten muss.

Wann kommt der Nikolaus auf den Weihnachtsmarkt?

Rund um den Nikolaustag am 6. Dezember, aber ohne einheitlichen bayernweiten Termin. Jeder Markt legt Zeitpunkt und Ausgestaltung selbst fest und veröffentlicht sie kurz vor der Saison im eigenen Programm.

Was ist die beste Uhrzeit für einen Weihnachtsmarktbesuch mit kleinen Kindern?

Vormittags bis früher Nachmittag, weil dann am wenigsten Betrieb herrscht und Fahrgeschäfte ohne Wartezeit erreichbar sind. Ab dem späten Nachmittag füllen sich die Märkte, am Abend dominiert eher das erwachsene Publikum.

Gibt es auf Weihnachtsmärkten Wickelmöglichkeiten?

In der Regel nicht direkt am Markt selbst. In größeren Städten liegen öffentliche Toiletten oder Kaufhäuser mit Wickeltisch meist in der Nähe der Innenstadtmärkte, bei kleineren Märkten lohnt sich vorab ein Blick auf die örtliche Toilettensituation.

Ab wann wird ein Weihnachtsmarkt für einen Familienbesuch zu voll?

Am vollsten ist es an Wochenenden, besonders samstagnachmittags und -abends an den mittleren Adventswochenenden. Wochentage, vor allem Dienstag bis Donnerstag, sind deutlich ruhiger.

Bild oben: Florian Pépellin · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons