
München · Bierfest
Das Starkbierfest am Nockherberg ist Münchens Fest in der Fastenzeit: kein Festplatz, kein Riesenrad, sondern ein großer Saal über dem Isarhochufer, in dem der Salvator ausgeschenkt wird.
Bekannt ist es vor allem für das Derblecken, bei dem bayerische Politiker in Fastenpredigt und Singspiel öffentlich durch den Kakao gezogen werden. Wer hingeht, kommt wegen des starken Bieres und wegen des Spotts.
Das nächste Starkbierfest am Nockherberg beginnt am 26.02.2027 – in 177 Tagen.
| Jahr | Termin | Dauer | Status |
|---|---|---|---|
| 2026 | 6.–29. März 2026 | 24 Tage | vorbei |
| 2027 | 26. Februar – 21. März 2027 | 24 Tage | Termin steht |
So wird der Termin bestimmt
Fastenzeit, meist von Ende Februar bis Ende März.
Der Starkbieranstich eröffnet das Fest. Die erste Maß geht traditionell an den bayerischen Ministerpräsidenten. Danach folgt das Derblecken in zwei Teilen: zuerst die Fastenpredigt, ein politisch zugespitzter, satirischer Vortrag durch einen Kabarettisten oder Schauspieler, anschließend das Singspiel, in dem Schauspieler bekannte Politiker parodieren. Seit 2009 wird der Abend live im Fernsehen übertragen und erreicht ein Millionenpublikum. Im Anschluss läuft das Starkbierfest über mehrere Wochen weiter: Ausschank des Salvator im Festsaal, dazu Blasmusik und bayerische Küche. Für diese Abende braucht es in der Regel Karten, das Derblecken selbst ist eine geschlossene Veranstaltung.
Die Paulanermönche im Kloster in der Münchner Au brauten ein besonders stark eingebrautes Braunbier und begannen 1751, es zum Namenstag ihres Ordensgründers Francesco di Paola am 2. April öffentlich auszuschenken. Ein kurfürstliches Mandat erlaubte in diesem Jahr den öffentlichen Ausschank. Nach der Säkularisation übernahm der Brauer Franz Xaver Zacherl die Produktion und gab dem Bier den Namen Salvator. Seit 1861 findet das Fest im Salvatorkeller am Nockherberg statt. Der Saal wurde 1944 zerstört, 1950 wiedereröffnet und nach einem Brand 1999 im Jahr 2003 erneut aufgebaut.
Das Besondere
Kein anderes bayerisches Fest hat eine feste Institution wie das Derblecken, bei dem der amtierende Ministerpräsident und die versammelte Politprominenz im Saal sitzen und sich vor laufender Kamera verspotten lassen müssen. Das Fest ist damit weniger Volksfest als politisches Ritual.
Das Fest findet im Paulaner am Nockherberg in der Hochstraße 77 statt, oberhalb der Isar zwischen Au und Giesing. Der Weg führt vom Isarufer den Nockherberg hinauf. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man über die S-Bahn-Station Rosenheimer Platz oder mit Bus und Tram in Richtung Ostfriedhof beziehungsweise Mariahilfplatz. Eigene Festparkplätze gibt es nicht, das Umfeld ist dichte Wohnbebauung mit Anwohnerparken. Wer aus dem Umland kommt, fährt am besten bis zum Hauptbahnhof oder Ostbahnhof und steigt dort um.
Das Fest liegt in der Fastenzeit, meist zwischen Ende Februar und Ende März. Historischer Bezugspunkt ist der Namenstag des Ordensgründers Francesco di Paola am 2. April. Den genauen Zeitraum des jeweiligen Jahres finden Sie in der Termintabelle auf dieser Seite.
Derblecken ist bairisch für Verspotten. Gemeint sind die Fastenpredigt und das Singspiel, in denen bayerische Politiker satirisch vorgeführt werden, während sie selbst im Saal sitzen. Das Format hat sich seit den 1960er Jahren etabliert und wird seit 2009 live im Fernsehen übertragen.
Salvator ist das Starkbier, das aus dem stark eingebrauten Fastenbier der Paulanermönche hervorging. Nach der Säkularisation übernahm der Brauer Franz Xaver Zacherl die Produktion und gab dem Bier diesen Namen. Es wird zum Starkbierfest ausgeschenkt und ist deutlich stärker als gewöhnliches Bier.
Nein, der Abend des Starkbieranstichs mit Fastenpredigt und Singspiel ist eine geschlossene Veranstaltung mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien. Öffentlich zugänglich ist das anschließende Starkbierfest an den weiteren Abenden im Festsaal, meist mit Kartenvorverkauf.
Der Nockherberg liegt in der Hochstraße im Münchner Südosten, oberhalb der Isar. Am besten fahren Sie mit S-Bahn, Bus oder Tram bis in den Bereich Rosenheimer Platz, Mariahilfplatz oder Ostfriedhof und gehen den Rest zu Fuß. Parkplätze gibt es im Viertel kaum.
Für die Abendveranstaltungen im Festsaal werden in der Regel Karten verkauft. Der Biergartenbetrieb am Haus ist außerhalb der Veranstaltungen normal zugänglich. Aktuelle Regelungen stehen auf der Seite des Wirtshauses.
Bild oben: Wolfgang Kopp · CC BY-SA 2.0 de · Wikimedia Commons