
Balderschwang · Viehscheid
Balderschwang, die höchstgelegene Gemeinde Bayerns, feiert ihren Viehscheid traditionell am selben Freitag wie die Nachbarorte Bad Hindelang und Schöllang: Rund 180 Tiere kommen nach etwa 100 Tagen von der Alm zurück, am Nachmittag folgen Glockenversteigerung und Hirtenabschied.
Die abgeschiedene Lage am Ende einer Stichstraße hat Balderschwang seinen dörflichen Charakter über die Jahrzehnte bewahren lassen.
Das nächste Viehscheid Balderschwang beginnt am 11.09.2026 – in 8 Tagen.
| Jahr | Termin | Dauer | Status |
|---|---|---|---|
| 2026 | 11.09.2026 | 1 Tage | Termin steht |
| 2027 | 10.09.2027 | 1 Tage | voraussichtlich |
So wird der Termin bestimmt
Liegt traditionell am selben Freitag wie die Nachbarorte Bad Hindelang und Schöllang, dem zweiten Freitag im September.
Ab 8.30 Uhr beginnt der Tag, ab etwa 10 Uhr treffen die Herden im Stundentakt am Feuerwehrhaus Balderschwang ein. Gegen 15 Uhr folgen die Glockenversteigerung und der Abschied der Hirten von ihrer Alm, ein Brauch, der in Balderschwang besonders gepflegt wird. Jede beteiligte Alpe gestaltet den Kopfschmuck ihres Leittiers individuell aus Naturmaterialien. Neben der Glockenversteigerung gehört auch ein gemeinsames Abendessen der Hirten und Alpgenossen zum festen Bestandteil des Nachmittags.
Als höchstgelegene Gemeinde Bayerns hat Balderschwang eine besonders kurze Vegetationsperiode, entsprechend kompakt ist auch die Alpsaison von rund 100 Tagen. Der Viehscheid ist hier zwar kleiner als in den größeren Nachbarorten, gilt aber als einer der wichtigsten Termine im bäuerlichen Brauchtum der gesamten Region. Wegen der abgeschiedenen Lage am Ende des Tals blieb der Balderschwanger Viehscheid lange ein vor allem lokal bekannter Termin, ehe er über die Region hinaus bekannter wurde.
Das Besondere
Die Kombination aus Glockenversteigerung und Hirtenabschied am Nachmittag hebt Balderschwang von vielen anderen Viehscheiden ab, ebenso die Lage als höchstgelegene Gemeinde Bayerns mit entsprechend kurzer Alpsaison. Die kurze Alpsaison von rund 100 Tagen bedeutet auch, dass die Tiere in Balderschwang vergleichsweise früh wieder im Tal sind, wenn andernorts der Alpsommer noch andauert.
Balderschwang liegt am Ende einer Stichstraße im Oberallgäu und ist mit dem Regionalbus ab Sonthofen oder Oberstaufen erreichbar. Parkmöglichkeiten bestehen an der Riedbergerhornbahn und an der Schelpenbahn, von dort ist das Feuerwehrhaus im Dorfzentrum fußläufig erreichbar. Die Zufahrtsstraße von Oberstaufen über den Riedbergpass gehört zu den höchstgelegenen Passstraßen Deutschlands und ist bei frühem Wintereinbruch nicht immer frei.
Ab etwa 10 Uhr treffen die Herden im Stundentakt am Feuerwehrhaus Balderschwang ein.
Jede Alpe gestaltet den Kopfschmuck ihres Leittiers selbst, aber nur, wenn der Sommer ohne Unfall verlief; nach einem Unglück bleibt das Tier ungeschmückt.
An der Riedbergerhornbahn oder der Schelpenbahn, von dort ist das Feuerwehrhaus im Ortszentrum fußläufig erreichbar. Von beiden Parkplätzen aus sind es nur wenige Gehminuten bis zum Dorfzentrum, ein Auto-Zubringer ist nicht nötig.
Ja, die Veranstaltung am Feuerwehrhaus ist ohne Eintritt zugänglich.
Ja, der überschaubare Rahmen mit rund 180 Tieren macht Balderschwang gut für Familien geeignet.
Eine Komplettabsage ist selten; nach einem Unglück auf der Alm entfällt lediglich der Kopfschmuck des Leittiers.
Der Tag beginnt um 8.30 Uhr und zieht sich mit Glockenversteigerung und Hirtenabschied gegen 15 Uhr bis in den späten Nachmittag.
Bild oben: Schlaier · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons